Auf den Spuren des Panamahutes in das Tal der Langlebigkeit

Ecuador Part IV – Im andinen Süden Cuenca und Vilcabamba

Die 6stündige Fahrt von Riobamba in den Süden von Ecuador, nach Cuenca, eignet sich hervorragend, um das Landleben des kleinen Andenstaates zu erleben. Die rund gelutschten Berge werden beinahe bis unter dem Gipfel bewirtschaftet, wild abgesteckte steil ansteigende Felder bezeugen die schwere Arbeit auf dem Lande. Auf saftig grünen Weiden käuen genüsslich die Hochlandrinder und schauen dabei den Bauern zu, wie sie die Felder bestellen und unter den schweren Lasten ihrer Ernten den Heimweg antreten. Die Wohnhäuser zeigen sich derweil so wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten – aus Holz und Blech genagelte Hütten, die nur noch der Dreck zusammen zu halten scheint, unmittelbar daneben die von außen betrachtet nobelsten Villen. So ganz sind wir noch nicht dahinter gestiegen, wie sich ein Ecuadorianer das Leben in seinem Land leisten kann. Der Mindestlohn beträgt 240 USD und liegt damit höher als in Peru und Bolivien, dennoch nicht viel, wie wir meinen und die Preise hier kennen…

Der Busfahrer scheint die grandiose Gegend schon zur Genüge gesehen zu haben und rast mit seinem niegelnagelneuen Bus durch diese wundervolle Andenlandschaft und meint, mit den anderen Busgesellschaften ein Wettrennen unternehmen zu müssen. Bindfadengleich schlängelt sich die Panamericana entlang tiefer Schluchten und gewährte ab und an einen Blick auf die berühmte ecuadorianische Eisenbahnstrecke. Einem Mitreisenden ist das ganze Unterfangen nicht so gut bekommen… :)

In Cuenca am Abend angekommen, verweigerte uns erstmal ein Taxifahrer unser Weitergelangen zum Hostel! Unser Gepäck scheint überaus abschreckend und der Verdienst nicht so schlecht zu sein…

Von unserer Posada stolperten wir beinahe bei unserem nächtlichen Eroberungsfeldzug über das von Österreichern betriebene Café Wunderbar und fanden ein Stück Heimatnähe zum Entspannen. Für unsere bereits südamerikanisch angepassten Mägen gab es eine deftige Suppe und Senfsoße mit Ei :) Nur die Happy Hour ist etwas gewöhnungsbedürftig zwischen 11.30 und 18.30 Uhr … %-)

Am nächsten Tag begaben wir uns durch die wegen ihrer Kolonialbauten, schmalen Straßen, vielen Bars und Restaurants und der liebevoll verzierten Häuserfassaden charmante Innenstadt von Cuenca. Schüler empfingen uns mit Pauken und Trompeten auf der Plaza und begingen ein „vivimos en paz“ Event und schienen zudem mit Sektkühler auf dem Kopf, einer leeren Bierflasche in der Hand und einem volltrunkenem Laufstil auf die Gefahren des Alkoholkonsums aufmerksam zu machen oder es besteht bereits Eines… Wir ließen uns derweil körperlich nüchtern und mental volltrunken ob der Eindrücke weiter über die Parques und Plazas treiben und landeten schließlich ohne auf der Suche zu sein bei unserem Panamahut :) In der Casa Paredes Roldán gibt es eine ganze Sammlung von Panamahüten, zudem ein kleines Museum und die Möglichkeit, hautnah bei der Endfertigung der berühmten Kopfbedeckung dabei zu sein. Entgegen seines Namens wird der Klassiker seit 1630 in den ecuadorianischen Provinzen Manabí und Azuay hergestellt. Wir lassen uns fallen in dieses tolle atmosphärische Erlebnis, vergnügen uns mit den witzigsten Hüten, genießen eine professionelle und freundliche Beratung und sind am Ende stolze Besitzer zweier eigens auf unsere Rießenköppe zurechtgebogener klassischer Panamahüte :D Nun war es auch an der Zeit für das Happy Hour im Café Wunderbar :))

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Die Weiterfahrt nach Vilcabamba in Richtung peruanischer Grenze stand unter einem ganz besonderen Stern – bereits 2004 entdeckten wir Flyer, die zu einem kleinen Paradies einluden, was mein Herz damals höher schlagen ließ… doch die Zeit vor 6 Jahren war zu knapp. Dieses Mal bauten wir den Aufenthalt in dieser Idylle als Verschnaufpause unserer 7andessummits Tour ein und entspannten uns 5 Tage in der von den 2 Deutschen Peter und Dieter aufgebauten Wellness Hosteria weit oberhalb des Vilcabamba Tals und ließen uns mit Vitaminbombenfrühstück, deftigem Essen aus der Heimat, Hängemattenschaukeln, Massagen, Vögelgezwitscher, Hundeschmusen, Lagunenpool, Garten Eden und reichlich Sonne verwöhnen.

Ein kleines Highlight war unsere allererste Videotelefonie überhaupt in unserem Leben, welche nach Australien ging und uns ein Plauderstündchen mit Cordel und Klein Pierre bescherte… Alles irgendwie doch noch unwirklich diese ganze Technik! Wahnsinn!

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In Vilcabamba selbst hat man entdeckt, dass seine Bewohner steinalt werden, mag es am milden Klima liegen, an der Sonne satt, der gesunden Ernährung oder dem entspannten Lebenstempo… Im sogenannten Tal der Langlebigkeit lassen sich zumindest die Zeit vergessen und die Seele entspannen :)

Von den 100Jährigen sehen wir allerdings nichts. Entweder erscheinen sie jünger als sie sind oder sie sind eingeschüchtert und verschreckt von den Teenies, die die Plaza mit ihrer laut aufgedrehten Automusik besetzen, in ihren 4 Wänden entschwunden. Aus den aufgemotzten Lautsprecherboxen dröhnt derweil das Lied schlechthin in Südamerika:

Mit etwas Sorge über unsere gewonnene körperliche Entspanntheit schauen wir auf eine Monstertour mit dem Bus längs durch Peru an den Titikakasee, an die Grenze zu Bolivien. Es geht wieder höher hinaus zu unserer nächsten andinen Herausforderung der 7andessummits+.

Ein dickes Dankeschön für die vielen lieben Gästebucheinträge und E-Mails! 7 Tage durch den tristen November habt ihr bereits geschafft, die Weihnachtsglocken läuten bereits in der Ferne… lasst es Euch gut gehen all over the world, wir tun es auch :)

Eure Südamerika-Trotter

Claudy y Christian

Auf dem Weg zum nahesten Punkt zur Sonne

Ecuador Part III – Unter Vollmondlampe auf dem Monsterweg zum Whymper Gipfel/ Chimborazo, 6.310m

Der Ruhetag vom Cotopaxi war vollbracht, zweimal empfing uns an der Straße unseres Hostels in Riobamba eine Kinderparade mit phantasievollen Kostümen und spaßiger Musik. Irgendwelche Jahrestage wurden hier begangen. Außerdem zeigte der Wettergott, wer hier das Sagen hatte und ließ es zum Nachmittag hin immer kräftig schütten. Dank der südamerikanischen Bauweise schafft man es jedoch, in einer Stadt im Platzregen von A nach B kaum nass zu werden :)

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Der Ablauf zum Berg ähnelte dem des Cotopaxi, lediglich die Anfahrt zur Hütte war kürzer, das Wetter eher suboptimal, ein paar grazil umher springende Vikuñas bereiteten ein Postkartenmotiv und die Aufregung war um ein Vielfaches größer!! Immerhin ging es um den höchsten Berg von Ecuador, um einen Berg unserer 7andessummits und um den höchsten Berg, den wir bis dato bei einem Gipfelerfolg geschafft haben könnten!

Der Weg zum Chimborazogipfel ist mit 2 Hütten bestückt, wobei an der ersten Carrel-Hütte auf 4.850m Endstation für den Jeep ist. In dieser werden wir schon mal kräftig von Patricio gemästet, während wir das bunte Treiben draußen und drinnen am kleinen Kaminfeuer beobachten. Bis zu dieser Hütte juckeln tatsächlich Ausflugsbusse hoch und lassen Leute in den spektakulärsten und schillerndsten höhenuntauglichen Klamotten aussteigen. Immer wieder erstaunlich und fragwürdig, welch Vorstellung so Mancher von knapp 5000m hat. Wir stattdessen steigen weiter auf und nutzen die Whymper-Hütte auf 5000m als Ausgangspunkt unseres finalen Gipfelsturms. Andere Gruppen werden ihren Anstieg in der Nacht von der Carrel-Hütte aus beginnen…

Das Fassungsvermögen der Whymper-Hütte ist um einiges kleiner als am Cotopaxi, was das ganze etwas gemütlicher werden lässt. Zudem knistert auch hier ein kleines Kaminfeuerchen, um welches sich in Discoklamotten geschmissene Teenies dicht an dicht drängen. Von einer Akklimatisierungstour höher hinaus sehen wir schnell ab, nachdem draußen ein kräftiger Hagelschauer eingesetzt hatte und binnen kurzer Zeit das Geröllfeld um uns herum in eine weiße Fläche verwandelte. Wir vergnügten uns mit unserem allseits geliebten höhentauglichen Spiel Shit Head (mit den besten Grüßen an Harald, James und Franz an dieser Stelle:) und amüsierten uns ein wenig mit dem Hüttenwirt David, während Patricio eine kleine Siesta hielt… Eine einheimische Familie hatte stark gegen Kälte und Höhe zu kämpfen, sie hatten sich ihren Wochenendurlaub sicher auch etwas anders vorgestellt. Wahrscheinlich lockt die Hütte für Geringverdienende, Übernachtungsgebühren zahlt man hier zumindest nicht. Zwangsweise landete die Familie zum Schlafen irgendwann mit den Matratzen vom Dachgeschoss um den Kamin, was unsere eh recht kurze mit Dämmerungsphantasien geprägte Nacht mit massig Lärm durchzog, unsere Bewegungsfreiheit beim mitternächtlichen Frühstück stark einschränkte und uns wegen des Rauchs die wertvolle Luft nahm. 23.00 Uhr läutet am Chimborazo der Wecker und lädt zum Frühstück ein. Verrückt! Dieses Mal waren es nur ein paar Happen, was sicher an der Aufregung lag, aber auch an der Uhrzeit und der guten Mästungsanlage ein paar Stunden davor:)

Und wieder hatten wir wahnsinnig großes Glück mit dem Wetter! Über einem imposanten Wolkenmeer thronte der Vulkanriese. Seine Höhe beschenkte uns mit einem freien Blick auf das Sternendach mit seinem lächelnden Mond. Der Mann darin hatte die höchste Watt-Glühbirne herausgezaubert die ging und leuchtete uns damit den Weg nach oben. Erneut konnten die Stirnlampenbatterien geschont werden. Wir folgten unserem eigenen Schatten. :-) Es ist windstill und für diese Höhenlage angenehm warm… Über verschneites und später vereistes Blockgelände schaffen wir unsere ersten Höhenmeter bis zu einem Grat auf 5.600m. Wir fühlen uns gut! Jedoch stellte Kriese eine Frage, deren Antwort uns die Kinnlade herunter klappen ließ… Kriese fragte nach dem weiteren Weg, durch des Mondes Licht war es gut möglich, die Dimensionen des Koloss zu erfassen. Der weitere Aufstieg geht direkt! Wie direkt? Zack, direkt gerade hoch, zeigte uns Patricio. Waahhhhh!!! Was dann folgte war ein Monsteranstieg sondergleichen, noch nie zuvor erlebt und unvorstellbar, es nochmals zu erleben! 700 Höhenmeter trugen uns unsere Beine auf der bis z.T. 45° steilen Direktpassage nach oben, über Eis, Schnee und Spalten hinweg. Schritt für Schritt. Das konnte unmöglich der richtige Weg sein! Kleine Fähnchen als Wegmarkierungen behaupteten jedoch das Gegenteil! Schritt, Schritt, Eispickel rin …  Schritt, Schritt, Eispickel rin… gemächlich, langsam, aber stetig stiegen wir höher. Der Weg an sich eignete sich eher weniger für Trinkpausen zur körperlichen und mentalen Stärkung. Für Letzteres war die Musik im Ohr zuständig, ein „Cherry cherry Lady“ ließ für kurz die Aufstiegsqualen vergessen. :) Nicht das Steigen an sich ist, was quält, aber dieses wenig abwechslungsreiche und ausdauernde steile Steigen. Das eigene Durchhaltevermögen wird beim Chimborazoanstieg bis auf das Äußerste ausgereizt! Und das Schlimme: es schien kein Ende zu nehmen!! Nach einer gefühlten Ewigkeit waren erst 300 Höhenmeter geschafft… das konnte unmöglich stimmen! Der Aufstiegsoptimismus schien zu kippen, die Ausdauer ausgeschöpft, der Gedanke ans Umkehren klopft an…Positiv denken! Wir müssen positiv denken! Wir sind bereits so hoch wie auf dem Gipfel des Cotopaxi! Nur noch 400 Höhenmeter! 400 Höhenmeter! Einfach Schritt für Schritt weiter, einfach laufen, einfach nach oben steigen, das Direkte bringt uns schneller Höhenmeter… die Kraft ist da!

Die Wegbeschaffenheit verschlechtert sich. Schritt, Schritt, Eispickel rin – und entschwunden. Mist, die investierte Kraft verpufft im luftigen Nichts. Es bringt den Rhythmus durcheinander! Rausgezogen, weiter, Rhythmus wieder finden bis der Eispickel erneut verschwindet. Kriese derweil hat noch mehr zu kämpfen. Wegen seiner Größe und seines entsprechenden Gewichts bricht er immer häufiger ein. Das Bein baumelt in einem bodenlosen Schneehohlraum. Das Rauswinden raubt beinahe alle Kräfte und macht müde.  Roboterhaft schieben wir uns weiter nach oben!

Und schließlich beginnt die Gänsehaut. Die Kälte ist es nicht. Es ist ein übermannendes Gefühl, was uns frösteln lässt. Die Vorfreude. Es kann nicht mehr weit sein, der Weg scheint eine Kuppel zu werden. Jawohl, wir laufen auf einer Kuppel! Patricio meinte, in einer halben Stunde seien wir auf dem Ventemilla-Gipfel. Innerlich beginnt es zu Jubeln. Eine halbe Stunde noch, so überschaubar! Mir gab es neue Kraft, während Kriese aus seiner Müdigkeit nicht mehr herausfand. Es ist ein überwältigender Moment, so unbeschreiblich, was es mit einem macht, wenn die Wegführung allmählich in die Waagerechte übergeht! Erwartungsfroh gehen wir dem Moment entgegen, in welchem das Darüberhinweggucken nur noch ein Müh entfernt sein konnte! Im rotschimmernden Morgengrauen und mit dem Vollmond im Gepäck erreichen wir schließlich 5 ½ Stunden nach Aufbruch um 5.45 Uhr den 6268m hohen Ventemilla. Yaaalllaaaaahhhhh :)

Es ist relativ windstill, Füße und Finger haben noch Gefühl und die Sonne scheint schon bald unsere Nasenspitzen zu kitzeln, was Wärme versprach. Wir wagen es. 30 Minuten, so heißt es, dauert der Aufstieg zum Whymper-Gipfel. Über eine faszinierende Landschaft aus Schneewüste mit dem lachenden Vollmond hoch oben als besondere Beigabe begeben wir uns geradewegs zum höchsten Punkt von Ecuador und fallen uns wenig später auf 6.310m glücklich in die Arme. Wir haben es geschafft!! Unsere Mühen werden erneut mit einem Panorama belohnt, welches nicht atemberaubender hätte sein können. Neugierig durch das Wolkenmeer ragten in der Ferne der Cotopaxi, der Cayambe und der Antisana ihre Köpfe empor, um uns zu unserem Gipfelerfolg zu gratulieren. Der Sangay gab vor lauter Freude ein paar Rauchzeichen, die wir leider nicht entziffern konnten :)

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Bekanntermaßen ist der Gipfel beim Bergsteigen nur der halbe Weg und im Gegensatz zum Cotopaxi graute es uns davor. 7.00 Uhr begaben wir uns in die steile Abstiegspassage, was alles andere als ein Vergnügen war. Kein easy going dieses Mal, eher körperzehrend. Kriese brach viele Mal ein, während ich mir fleißig zuredete, ein Engel zu sein, der über die Schneedecke hinwegschwebt. Zum großen Teil hat es funktioniert :) Mit monsteraufgeblähten Oberschenkeln erreichten vollkommen platt die 1. und schließlich die 2. Hütte. Vollkommen platt von den Kräften her, vollkommen platt von unserem Bergerlebnis Chimborazo, vollkommen überwältigt von unserem Abenteuer und Gipfelerfolg an diesem Monsterberg!

WOW!

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Zurück in Riobamba belohnten wir uns mit einer leckeren Pizza und einer prickelnden Coke, bevor wir dann nichts anderes taten als zu entspannen und nichts zu tun und das Ganze eingeordnet zu kriegen :) Einzig das wohlverdiente Gipfelbier blieb aus, sonntags wird in Ecuador kein Alkohol verkauft :o

Eine Woche ist es nun bereits her, dass wir auf dem höchsten Punkt der Erde gestanden haben. Der Chimborazo, so wird er oft auch angepriesen, ist wegen seiner Nähe zum Äquator und der ellipseförmigen Gestalt unseres Planeten nämlich auch der Punkt, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist:)

Eine Woche Entspannung im Süden von Ecuador liegen hinter uns, davon dann mehr in einem letzten Newsletter aus diesem kleinen Andenstaat.

Morgen begeben wir uns auf eine lange Busreise durch Peru, der nächste Berg hat schon angeklopft :)

Wir freuen uns über die vielen positiven Rückmeldungen, schicken Euch in den November mit dicken fetten Sonnenstrahlen aus dem Tag der Langlebigkeit und sagen

hasta luego

Claudy y Christian

Vom Alpenhüttenfeeling zum Bilderbuchvulkan

Ecuador Part II – in Luna´s Stirnlampenlicht im Eiltempo auf den Gipfel des Cotopaxi, 5.897m

Unsere eintägige Zwangspause in Riobamba, die dadurch entstanden ist, dass unsere auserwählte Agentur keinen Fahrer in den etwas entfernteren Cotopaxi-Nationalpark zeitnah chartern konnte (was uns ziemlich unflexibel erschien angesichts der 2004 gemachten Transporterfahrungen), nutzten wir mit einer empfohlenen Akklimatisierungstour rund um das indigene Bergdorf Pulingui San Pablo auf 3.840m. Das Wetter ärgerte uns mit dichten Wolken und Nebel, Kälte und Schneeregen, so dass wir eher lustlos durch die Páramo-Pampa angesichts der schlechten Sichtverhältnisse umherirrten und unser Ziel, ein Steintempel schnell beiseite schoben. Auf 4.400m machten wir kehrt. Und wie so oft hat alles Schlechte auch was Gutes – nicht nur, dass sich mein Makroobjektiv über eine Flora freute, die man so auf diesem von Grasgestrüpp bewachsenen Boden nie vermuten würde – auch die Idee, in der von der Straße aus zu sehenden Mountain Lodge einzukehren, war grandios. Irgendwo um die Ecke vermuteten wir nun Heidi, wir waren schließlich in den Alpen gelandet! Zumindest begrüßte uns sitzend ein deutscher Schäferhund vor der mit dem Alpenvereinsemblem geschmückten Hüttentür :) Und nicht zuletzt schellten beim Öffnen Dieser die Kuhglocken, die vermutlich einmal dem Milkatier in den Alpen um den Hals baumelten. Zu guter Letzt empfing uns noch Heidis Großvater, der uns bat, die Schuhe bitte im Vorraum auszuziehen, die Hüttenlatschen waren griffbereit :) Einzig die dick bepelzten Alpakas auf der Weide mochten nicht so recht ins Bild passen… Marco Cruz, der Hüttenwirt, ist ein bekannter ecuadorianischer Bergsteiger, der u.a. auch in den Alpen als Bergführer unterwegs war und so mit vielen Relikten aus unserer Heimat seiner Lodge ein herrlich rustikales Ambiente bescheren kann. Sogleich fühlten wir uns pudelwohl und wärmten uns bei einer Tasse Tee am knisternden Kamin auf… Es gibt so viele Gründe wie es Augenblicke gibt… Die Rückfahrt nach Riobamba gestaltete sich endlich wieder südamerikanisch – an die Straße gestellt, einen relativ klapprigen Bus angehalten, eingestiegen, fertig :)

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Am nächsten Tag dann lernen wir in der Agentur unseren Guide Patricio kennen, der zugleich Fahrer und Koch ist. Das Wahnsinnige und auch ohne Akklimatisierung das Gefährliche am ecuadorianischen Bergsteigen ist die Nähe der Zugangswege. Man setzt sich in der Stadt in einen Jeep und ist 1-3 Stunden später irgendwo zwischen 4000 und 5000m an einer Hütte, von welcher dann Mitternacht der Finalanstieg beginnt… Von Riobamba fahren wir auf der sogenannten Straße der Vulkane in Richtung Quito und werden nach dem gestrigen Wetterdesaster reich beschenkt – im Rückspiegel der überdimensionierte Vulkanriese Chimborazo, zu unserer Linken die 2 Illiniza -Türme und zu unserer Rechten ein Bilderbuchvulkan, wie ihn jedes Kleinkind malen würde – unser Ziel für die kommende Nacht, das Vulkanmodel Cotopaxi! WOW! Je näher er rückt, desto mehr verliert er seine Grazilität und mutiert zu einem Berggiganten, zu welchem wir ehrfürchtig aufblicken! Unvorstellbar, innerhalb der nächsten 20 Stunden oben drauf zu stehen…

Auf 4.500m ist Endstation für den Jeep. Bis zur Refugio Jose Ribas auf 4.810m müssen wir nun mit mannes- und frauenkraft selbst das Gepäck hoch tragen. Uff, für kurz bleibt uns die Luft weg, bis wir unseren Rhythmus gefunden und uns eingelaufen haben. Die zunächst nicht enden wollenden Serpentinen führten uns schließlich gemächlich und sicher zu unserer Nächtigungsstätte, einer wegen ihrer Größe eher ungemütlichen Hütte. Zu unserem Glück konnten wir jedoch die weiteren Gipfelaspiranten an den Händen abzählen, nicht auszumalen das Chaos in der Hochsaison hier. Patricio beköstigte uns großzügig und die Höhe ließ auch alle Mahlzeiten zu, was uns überaus erfreute, sprach es doch für einen guten Akklimatisierungszustand unseres Körpers :) Und weil wir ganz sicher gehen wollten, unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang bis zum Übungsgletscher auf knapp 5000m. Und weil das der Wettergott gutheißte, setzte er uns dabei in ein fabelhaftes Lichtspielhaus aus Gletschereis, Mondgestein und ein Wolkensonnenbett und ließ zu unserem Erstaunen auf dieser Höhe den Andenfuchs durchs Bild laufen. Grandiose Welten, die für diesen Moment alles vergessen lassen!

Die Aufregung steigt, je näher der Zeiger Richtung Zubettgehzeit rückt, denn nur wenig später beginnt der Aufstieg. Punkt Mitternacht erlöst uns der Wecker vom Dämmerschlaf – Frühstück!! Tatsächlich tun wir das auch :) Jubel! Uns geht es gut! Verheißungsvoll machen wir uns startklar, um 1.00 Uhr betreten wir die durch Luna´s Stirnlampenlicht erhellte Bergwelt und laufen in unserem Mondschatten den zugleich beginnenden Anstieg im Serpentinengeröll. Eine Stunde und 300 Hm später erreichen wir den Gletscher, legen das letzte Equipment an und steigen stetig weiter. Trinkpausen mit heißem Tee unterbrechen mein mittlerweile höhenbedingtes leichtes Unwohlsein und ein Schwapps Powerbar bewirkt Wunder, fast beflügelt gewinnen wir mal sehr steil, mal weniger steil mehr und mehr Höhenmeter durch ein Schnee- und Eislabyrinth, dessen Faszination sich im Mondscheinlicht durch kurzes Aufblinken und Klitzern lediglich erahnen lassen. So bleibt die Freude auf den sonst nervigen Abstieg überaus groß, wenn sich die spannende Wegführung an fett aufklaffenden Spalten entlangwindet und sie auf schmalen Spuren einen tiefblickenden Abgrund vermuten lässt. Mit Musik im Ohr lassen wir uns nahe zum Himmel treiben, doch allmählich erhebt sich unser Blick sehnsüchtigst dem Punkt entgegen, an welchem es nicht mehr höher geht. Pünktlich zum Sonnenaufgang schließlich ist es soweit – unsere Mühen werden mit einer Fernsicht über die Gipfelkuppe hinweg belohnt, wir haben es geschafft und stehen 4 ½ Stunden später nach einer Speedbegehung am weit aufgerissenen Vulkankrater des Cotopaxi, wir stehen auf 5.897m! Yaaallllaaaaahhhhhhhh!!!! Nicht wissend, wohin wir zuerst blicken sollen, offenbart sich bei optimalstem Wetter ein Rundumblick vom Feinsten auf wahrscheinlich alle Vulkanriesen, die Ecuador zu bieten hat! Wäre es nicht so windig und dadurch bedingt eisig, wir hätten vermutlich Stunden auf dieser surrealen Welt bleiben können. Mit den Fingern ohne Gefühl und fetten Fausthandschuhen ließ sich dieser Anblick fototechnisch leider schlecht festhalten – aber es ist für immer in unseren Köpfen und Herzen verankert!

Der Abstieg hielt, was unsere Phantasie versprochen hat! Bei bestem Sonnenschein ein Abstiegsgenuss sondergleichen, wann kann man so was schon einmal behaupten! In der Ferne andere Vulkankegel im Morgenlicht, unter uns eine rotbraun schimmernde Vulkanlandschaft und wir inmitten einer Eisskulpturenwüste entlang imposanter Spalten, aufgefalteter Eisformationen, Monstereiszapfen und Eiskristallen und in uns drin – Herzsprung! Gekrönt wurde das Ganze noch mit einer von uns geliebten Geröllabfahrt – easy going :)

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3 Stunden nach unserem Gipfelerfolg sitzen wir bereits wieder im Jeep und befinden uns auf dem Rückweg nach Riobamba. Verrückte Welt!! Können wir nur hoffen, dass das unser Kopf mal alles gebacken kriegt, diese intensiven Speederfahrungen ordentlich zu verarbeiten…

Patricio war mit unserer Kondition und unserer Art zu Bergsteigen so zufrieden, dass er uns den Chimborazo zutraut und sich vorstellen kann, uns auch auf diesen Gipfel zu führen. Ergo verabredeten wir uns für die Besteigung des höchsten Punkts von Ecuador 2 Tage später :)

In der Zwischenzeit hieß es, weiter viel trinken, relaxen, entspannen, einfach nix tun… und sich über ein atemberaubendes Erlebnis freuen! :)

Und damit ihr das Ganze mitfühlen könnt, wie das so ist, hintereinander derartig intensive Erlebnisse zu haben, folgt alsbald schon der nächste Newsletter… hihi…

Hoffentlich klappt das, Euch ein Stück an der Faszination Bergwelt teilhaben zu lassen…

Wir wünschen Euch einen golden schönen Abschlussherbst, genießt das Wochenende und lasst alsbald was von Euch hören, wir freuen uns. Lieben Dank an alle, die uns die Daumen gedrückt haben und uns wissen lassen, dass sie an uns denken:)

Muchos saludos de tierra de fascinación

Claudy y Christian

Taxi? Money Exchange? Normalo – Plaza Grande

Ecuador Part I – Akklimatisierung im städtischen Andenhochland Quito und Riobamba

Das 2. Kapitel der 7andessummits+ beginnt mit einer unspektakulären Nachtfahrt von Mérida in die verrufene Hauptstadt Venezuelas, nach Caracas. Zu unserem Glück hatte die Busgesellschaft einen eigenen Terminal und eigene Taxis. Angesichts der sehr eindringlichen Warnungen vor gewalttätigen Übergriffen bis hin zu Tötungsdelikten machte es uns auch nichts aus, dass wir den Preis vom Terminal zum Flughafen falsch verstanden hatten und schließlich 15 EUR blechen mussten – für unsere Sicherheit war es gut genug! Der kurze Blick vom Taxi heraus zeichnete eine überquellende Großstadt ab, in welcher dicht an dicht die rundgelutschten Berghänge zugebaut werden in einer Bauweise, die einen recht schnell erahnen lassen, welch Katastrophen bei einem tropischen Regen entstehen. Wir finden jedoch, dass die vielen Bergkuppeln noch nicht ausgereizt sind – da geht noch was, Hugo!

Am Flughafen selbst wurden wir bis zum Abflug mit folgenden Monologen belagert – „Taxi?“, „Money Exchange?“, „Taxi?“, „Money Exchange?“ – hm, wahrscheinlich unterscheiden sich Ankommende und Abfliegende nicht allzu sehr… Wir stattdessen mussten noch zusehen, die letzten Bolivares im Duty Free loszuwerden, die Währung will doch kein Schwein außer Landes… noch nicht mal wirklich im Land selbst! Erinnert irgendwie an die olle DDR!

Am Check In Schalter gab uns eine Deutsche, die seit 7 Jahren in Südamerika lebt und arbeitet, um bankrotte Firmen auf Flughäfen aufzumöbeln, zum Abschied nochmals venezolanische Horrorgeschichten zum Besten. Angefangen von einer überaus faulen und korrupten Arbeitsmoral – sie würde für keinen hier am Flughafen die Hand ins Feuer legen und die bekämen z.T. eine Prämie, nur damit sie überhaupt erst einmal auf Arbeit erscheinen, zu Weihnachten gibt es für jeden eine Flasche Whisky – bis hin zu Mord- und Totschlag erlebt im eigenen Freundeskreis – man geht auf die Strasse und wird einfach so erschossen… Uns gruselt es und hoffen dabei sehr, dass unser Gepäck heile in Quito ankommen möge…Was die Deutsche noch so im Brass gesagt hat, behalten wir mal lieber für uns und sagen „we survived Venezuela“ :)

Was uns sofort nach Ankunft in Ecuadors Hauptstadt Quito aufgefallen ist, als wir im Taxi zum Hostel sausten und sich auch auf weiteren Touren bestätigte – hier wird man um einiges offenherziger empfangen, die Taxifahrten gestalten sich alles andere als venezolanisch stumm! Mit unseren wenigen Spanischbrocken erfuhren wir vom ersten Taxifahrer, dass er 20 Jahre in einer Textilfabrik gearbeitet und Trikots für Mönchengladbach hergestellt hat und zudem dachte, dass jeder Deutsche einen Mercedes Benz fährt… von uns dachte er, wir hätten jeweils Einen vorm Haus :-)

Apropos teures Auto … seit dem wir 2004 das letzte Mal in Ecuador gewesen sind, scheint sich Einiges getan zu haben. Zum einen ist es wesentlich teurer geworden und unterscheidet sich nicht von Venezuela! Unsere Hoffnung, dass sich unser Geldbeutel etwas erholen kann, verpuffte in der Moderne Ecuadors! Was wir sofort vermissten, waren die laut quietschend -pfeifenden Stadtbusse, die sich 2004 stark als erster Eindruck in unsere Köpfe eingebrannt hatten. Ecuador scheint investiert zu haben – nagelneue Regionalbusse mit LG-Flachbildschirmen, westlich anmutende Cafés und Restaurants mit WiFi – Zone, kaum Schrottkarren, Indiofrauen mit Handys am Ohr, Chickeria Geschäfte … und nebenher eher vereinzelt kleine bunte Tante Emma Läden, Schuhputzerjungs, Bauchladenverkäufer, Straßeneisverkäufer, Indiofrauen, die ihre Früchte an den Mann bringen möchten…

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Die Währung ist wie bereits 2004 der US-Dollar, also keine Leute, die „Money Exchange“ rufen ;)

Und die halbe Stunde von Hugo ist wieder weg und mittlerweile hängen wir Euch 7 Stunden hinterher :)

Bienvenidos Ecuador, bienvenidos Quito auf 2.850m!

Nach dem ersten kleinen Schock ob der gestiegenen Preise stürzten wir uns in das doch irgendwo vertraute Großstadtleben von Quito. Mit dem gut funktionierenden, preiswerten(!) und überfüllten Trolebussystem warfen wir erneut einen Blick auf die als Unesco Weltkulturerbe gekrönte koloniale Altstadt. Wer uns kennt, weiß, dass wir beim Anblick der Prachtbauten zwar ins Staunen geraten, uns hier und da auch eine Kirche und Kathedrale von Innen anschauen, wir jedoch an sicher großartigen und informativen Museen vorbeilaufen als ganz klassische Kulturbanausen ;) Neben dem Augenschmaus der Architekturkünste war unser Highlight schließlich die Basilikabesteigung. Für 2 USD wurde uns der Zugang zum Klettergarten auf ecuadorianisch gewährt… in Deutschland undenkbar, dass man irgendwie und irgendwo unter Dächern hindurch über ungesicherte Freilufttreppen irgendwelche Monumentaltürme erklimmen kann. Und erst Recht nicht, wenn man damit auch den Blick hinter die Fassade gewährt und den Leuten die wahre Baukunst zeigt – aus Beton gegossen und die Fugen eingraviert :)

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Nach dem Klettervergnügen überraschte uns ein Platzregen, alles halb so schlimm, wenn man dann irgendwie und irgendwo an der Straße in einen  Makrobus einspringen kann, der so uns der Fahrer zunickte, zum Plaza Grande bringt. Der Bus ruckelte die schmalen Gassen der Altstadt entlang und schließlich schlängelte er sich allmählich bergauf… kein Plaza Grande in Sicht, ergo blieben wir brav sitzen… es ging höher hinauf, der Bus füllte sich mit den Stadtrandbewohnern, der Platzregen verwandelte die Straßen in kleine Sturzbäche. Wir blieben sitzen, soweit ab vom Zentrum begeben wir uns nicht in potenzielle Diebeshände. Ganz einerlei war uns nicht! Bis auf 3.200m quält sich der Makro hinauf, am Ende waren wir die einsam Übriggebliebenen. Der Fahrer beäugte uns skeptisch und Kriese gab kleinlaut „normalo – Plaza Grande“ an, beide schauten sich an mit einem Schmunzeln im Gesicht :) Für 25ct. hatten wir nun einen kleinen Ausflug weit über Quito mit einem wundervollen Panoramablick in der den Regen verdrängenden Abendsonne!

Quito025Das Ganze begossen wir am Abend in der Partymeile der Großstadt, in der Calle La Ronda – es ist Samstagabend und Highlife! Bereits auf der Plaza Santa Domingo empfängt uns lautes Gegröle und südamerikanisch angehauchte Klänge aus wild zusammen gezimmerten überdimensionierten Lautsprecherboxen. Vergnügt toben die Kinder auf der großen Fläche und die älteren Herrschaften schwingen eher schüchtern ihre Hüften. In der Calle La Ronda begeben sich dann wohl augenscheinlich die Highsociety und Touriszene, Kneipe an Kneipe reihen sich an der Straße entlang. Es wird die landestypische Colada Morada ausgeschenkt, süß und zimtig und bereits auf den Weihnachtsmarkt einstimmend :) Lokale Musikgruppen, Gaukler und Bands geben auf der Straße und in den Kneipen ihr Können zum Besten und als krönenden Abschluss fand auf der Plaza ein Feuerwerkspektakel vom Feinsten statt – volksnah im wahrsten Sinne des Wortes wurden die Feuerwerkskörper auf einem wacklig anmutenden Riesengerüst inmitten der Menge ohne Sicherheitsabstand oder dergleichen entzündet! Eher kopfschüttelnd bestaunten wir die ecuadorianische Pyrotechnik :)

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Es war beinahe Mitternacht, mit einer Eskorte aus Sicherheitsmännern wurde der Trolebus seines Weges begleitet, so dass wir wieder heil in unserem Hostel gelandet sind.

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Landesuntypisch verschlingen wir hier haufenweise chinesisches Essen, da es erschwinglich ist und schmücken unsere Reiselücken mit Arnie satt – Terminator Teil 1-3, da muss man des Spanischen nicht überaus mächtig sein… auch bei Predator auf dem LG Flachbildschirm verstehen wir so gut wie alles ;)

Der Bus der Panamericana Gesellschaft versuchte der Moderne und dem Komfort gleichzuziehen, führte beim Zustieg Handtaschenkontrollen durch und versuchte während der Fahrt die Passanten zu beköstigen – mit einer 3 Liter Limoflasche schenkte die Stewardess in Plastikbechern aus und drückte jedem noch eine Packung Kekse in die Hand – irgendwie niedlich die Mühe, muss aber nicht sein. Genauso wenig muss es sein, dass die Busse hier mittlerweile überpünktlich abfahren und auch noch mehr als pünktlich am Zielort ankommen! Wurde uns noch mitgeteilt, dass der Bus von Quito nach Riobamba 6-8 Stunden benötigt und wir deswegen das Nachtticket buchten, sagte uns der nette Busfahrer, dass wir in 4 Stunden in Riobamba eintreffen werden! Verdammt!! Was sollen wir in der Nacht um 2 in der gottverlassenen Stadt?! Und noch schlimmer – unsere Hoffnung verpuffte, dass dieser neue Bus doch bitte eine Panne haben oder ein Erdrutsch die Straßen versperren sollte und kamen bereits nach 3 ¼ Stunden an hochgeklappten Bordsteinkanten in aller Dunkelheit an! Da die Ecuadorianer ein arbeitsames Völkchen sind, standen auch schon Taxis bereit, zu welchen unser Busfahrer bekundete, dass es amigo sei… Und selbst an dem dunklen und verriegelten Hostal unterbrach ein freundlicher Mann seine wohlverdiente Nachtruhe und gewährte uns Einlass :)

Riobamba – hier verweilten wir bereits 2004 und stellten damals am Carihuayrazo mit seinen 5.020m unseren Höhenrekord ein! Dieses Mal wollten wir den höchsten Berg von Ecuador, Riobambas Hausberg – den monströsen Chimborazo mit seinen 6.300m knacken!

Die Stadt selbst hat für uns seinen ganz eigenen Charme, mag es die Nähe zu den imposanten Vulkanen sein, die breiten in die Unendlichkeit entschwindenden Straßen oder dass sie kulturell nicht soviel zu bieten hat :) Wir fanden schnell wieder den wunderbaren Aussichtspunkt, den 21. Aprilplatz, wo sich entweder knutschende Liebespaare treffen oder Leute ein atemberaubendes Panorama der umgebenden Vulkane bestaunen, sollten sie es schaffen, die fetten Wolken beiseite zu schieben. Beinahe hineingemalt präsentiert sich der Chimborazo an klaren Tagen thronend über der Stadt, etwas unwirklich seine Erscheinung. Daneben der kleine Carihuayrazo , zudem der Tungurahua und der auseinander gebrochene Altar.

Auf dem Markt versuchten wir uns am ecuadoriansichen Hornado, ein in Ganz gegrilltes Schwein – sehr lecker und später sehr amüsant, wie die Marktfrauen beim Eintreten neuer potenzieller Kunden wie aufgescheuchte Hühner mit einem Fetzen Fleisch in der Hand ihre Ware anpreisten:)

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Riobamba15Die Architekten und Bauingenieure unter uns hätten in Südamerika ihre wahre Freude oder würden komplett ihre Nerven verlieren… scheinbar willkürlich werden Häuser und Hütten aneinandergereiht, der Phantasien sind dabei offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Stupiden Einheitsbrei gibt es hier nicht und es ist erstaunlich, wie vielfältig und gestalterisch man beim Häuslebauen sein kann. Und man weiß ja nie, was kommt, wird sicherheitshalber der Bewährungsstahl schon für die nächste Etage stehen gelassen :)

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Riobamba16… und das Grundstück wird dann mit den Scherben der bei der Einweihungsparty geleerten Wein- und Bierflaschen gesichert…

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Bei derselben Agentur wie vor 6 Jahren, bei Julio Verne schließlich organisierten wir unsere Bergtouren zum Cotopaxi und Chimborazo und setzten uns auch erstmal auf den Hintern. Auch hier hat der Preisanstieg keinen Halt gemacht!

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Nun bald geht es endlich von der Stadt wieder in die Pampa und zum nächsten bergigen Newsletter :)

Daumen gedrückt wurde bereits und wir hängen mit den Bildern und Berichten etwas nach. Kaum zu fassen, dass es in Riobamba keine gute Internetverbindung gab und wir eine WiFi Zone erst zu spät entdeckten… Da müsst ihr jetzt wie wir durch ;)

Es grüssen Euch herzlich die Gipfelstürmer (ups, schon was verraten? ;)

Claudy y Christian!

Land- und Gipfelinformation Ecuador/ Chimborazo

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Das Land

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ecuador2Ecuador mit seiner Hauptstadt Quito ist eine Präsidialrepublik im Nordwesten von Südamerika und geographisch, topographisch, klimatisch und ethnisch eines der vielfältigsten Länder der Erde. Schon Alexander von Humboldt bemerkte vor 200 Jahren, dass die einzige Konstante in der Geographie Ecuadors seine Vielfalt sei.

Ecuador grenzt an Kolumbien (590 km), an Peru (1420 km) und an den Pazifischen Ozean.  Die Landesfläche ist mit 256.370 km² etwas größer als die von Großbritannien (etwa 245.000 km²). Das vom Äquator durchquerte Land lässt sich in vier völlig unterschiedliche geographische Zonen aufteilen:

  • der westliche Küstenbereich (Costa) besteht aus Schwemmland und einem niedrigen Küstengebirge und wird durch den Río Guayas dominiert
  • die zentrale Andenregion (Sierra) umfasst zwei von starkem Vulkanismus geprägte Gebirgsketten und das Hochtal dazwischen
  • das östliche Amazonas-Tiefland (Oriente) beginnt an den Osthängen der Anden und umfasst das dünn besiedelte Amazonasbecken
  • die 1000 km vor der Küste gelegenen Galápagos-Inseln.

Die ethnische Zusammensetzung des Landes ist äußerst heterogen, eine Quantifizierung ist allerdings sehr schwierig. Generell lässt sich sagen, dass  der Anteil der indigenen Bevölkerung sehr hoch ist.

Neben der Amtssprache Spanisch besitzt auch Kichwa (auch Quichua) mit etwa zwei Millionen Sprechern große Bedeutung, vor allem in der Sierra. Kichwa ist eine Gruppe regionaler Mundarten des Quechua, der lingua franca der Inkas, den diese nach der Eroberung der Region im 15. Jahrhundert eingeführt haben. Daneben werden in der nördlichen Costa und im Oriente auch noch einige lokale indigene Sprachen und Dialekte gesprochen. Von diesen ist das im südlichen Oriente gesprochene Shuar mit etwa 100.000 Sprechern am weitesten verbreitet. Des Weiteren werden auch einige Barbacoa-Sprachen gesprochen, doch erreicht keine weitere indigene Sprache die Zahl von 5.000 Sprechern.

Ecuador ist gemessen am BIP pro Kopf nach Kaufkraftparitäten das zweitärmste Land Südamerikas. Wie in den meisten lateinamerikanischen Ländern ist die wirtschaftliche Ungleichheit extrem hoch: Während die oberen 20 % etwa 58 % des Nationaleinkommens erzielen, bleiben für die untersten 40 % lediglich 11 %.

Seit dem Jahr 2000 hat Ecuador keine eigene Währung mehr, sondern der US-Dollar ist offizielles Zahlungsmittel.

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Mehr Informationen bekommt ihr über Wikipedia, woraus auch der Inhalt dieser Seite entstanden ist.

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Der Berg

CHIMBORAZO 6.310m

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ChimborazoDie andine Region des Landes heißt Sierra (Gebirge) und ist mehr als 80.000 km² groß. Traditionell ist sie die bevölkerungsreichste Region, heute leben hier 38 % der Ecuadorianer. Die Sierra besteht aus den beiden Gebirgszügen Cordillera Occidental und Cordillera Central (auch: Cordillera Oriental und selten Cordillera Real) sowie dem dazwischen liegenden Hochtal (manchmal altiplano genannt). Die Cordillera Occidental ist generell niedriger, beheimatet aber den höchsten Berg Ecuadors, den Chimborazo. Der höchste Berg der Cordillera Central ist der fast 5900 m hohe Cotopaxi. Das Hochtal befindet sich auf 1800 bis 3200 m Höhe und ist etwa 500 km lang sowie 20–30 km breit und beheimatet eine Reihe mittelhoher interandiner Berge. Aufgrund des regen Vulkanismus nannte Alexander von Humboldt das Tal „Straße der Vulkane“. Das Hochtal ist durch Bergriegel (nudos) in acht Talkessel (cuencas oder hoyas) unterteilt; andere Autoren zählen bis zu zwölf solcher Kessel.

Die Besteigung des Chimborazo ist bei Bergsteigern sehr beliebt. Trotz seiner Höhe ist er gut zugänglich und die Normalroute vergleichsweise einfach zu besteigen.

  • Der Chimborazo kann ganzjährig bestiegen werden, wobei die Monate Dezember/Januar und Juli/August am besten für einen Aufstieg geeignet sind.
  • Eine gute Höhen-Akklimatisation ist erforderlich.

Routen

Die einfachsten und am meisten benutzten Routen sind die Normal- und die Whymperroute. Beide Routen starten bei der Whymper-Hütte und führen via den Westgrat und den Vorgipfel Ventimilla zum Hauptgipfel (Whymper oder Ecuador). Es existieren verschiedene andere, weniger benutzte und meist schwierigere Routen über die verschiedenen Seiten und Grate zu einem der folgenden Gipfel: Hauptgipfel (Whymper, Ecuador), Zentralgipfel (Politecnico) und Ostgipfel (N. Martinez).

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Erste Berührungspunkte und Annäherungsversuche mit dem Chimborazo gab es 2004, als wir quasi am Fuße dieses imposanten Vulkans nächtigten, um in einer verzaubernden Vollmondnacht seinen Nachbargipfel, den Carihuayrazo (5.018m) erfolgreich zu besteigen.

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ecuador-landkarte:::::::::::::::::